Fahren mit Fendern…
… ist – seemännisch betrachtet – ein Unding.
Gehört sich einfach nicht. Oder ich muss heute wohl eher die Vergangenheitsform wählen: gehörte sich nicht. Jedenfalls zu den Zeiten, als man auch mit Hosen vom Typ „Jogging“ allenfalls vom Bett bis zum Frühstückstisch ging, nicht aber vor die Haustür oder gar zum Einkaufen oder zur Arbeit.
Wie hat mal ein bekannter Mode-Zar gesagt: „Wer Jogginghosen trägt hat die Kontrolle über sein Leben verloren…“ Ähnlich ist es mit den Fendern. Auch da hat die Bequemlichkeit gesiegt. Warum immer raushängen und wieder reinholen? Viel Arbeit und außerdem sind sie sonst überall im Weg. Na ja, man könnte es ja auch wie auf nebenstehendem unterem Bild machen: mit Fenderkörben. Leicht zugänglich, technisch prima und sieht auch noch passabel aus! Ihr merkt schon: Ich wettere hier gegen die allgemeine Verwahrlosung der nautischen Sitten. Das fängt beim Umgang mit dem „Adenauer“ an und hört beim Dauerfenderfahren noch lange nicht auf. Im Hafen sitzen sie beim Sundowner in bequemen Stühlen und schauen der einlaufenden Crew entspannt zu, wie sie bei viel Gegenwind versucht, heile in die Box zu kommen. Helfen? Wieso? Ich musste doch auch alleine in die Box fahren! Am Ende leidet dann zwangsläufig auch die bisher so gepriesene Kameradschaft der Wassersportler untereinander, wenn immer mehr Egos auf dem Wasser unterwegs sind. Mit Dauer-Nationale am Heck und Dauer-Fendern rings ums Boot und Jogginghosen bei Tag und Nacht.



