Technik tut Not

Was an Bord Luxus ist und was nicht, entscheidet sich am Geldbeutel genauso wie im Zuge des Fortschrittes.

Als ich das Segeln anfing, da brauchte ein Boot einen Magnet-Kompass, einen guten Anker mit reichlich Kette und Tau und wenn dann noch was ging, dann baute man sich eine Logge ein, um die Geschwindigkeit durchs Wasser messen zu können.  In Tidengewässern und vor allem im Watt war dann ein Echolot noch von großem Vorteil. Es ging aber auch ohne. Papier-Seekarten waren angesagt und anfangs waren die riesig groß und man musste sie rollen oder (war nicht zunftgemäß!) falten. Man kaufte auch nicht jedes Jahr neue Karten, sondern brachte sie zu Korrekturzwecken zum Seekarten-Laden. Da saßen dann einige Leute, die den ganzen Tag nichts anderes machten, als in ältere Seekarten nautische Veränderungen von Hand einzutragen. Erstaunlicherweise war das immer noch billiger als eine neue Karte.

Später kam dann die elektronische Seekarte raus. Sehr viel später.  Und dann glaubten etliche Sportschipper, dass sie nun auf Papierkarten verzichten könnten – was ein Trugschluss war und ist.

Denn was ist bei Stromausfall an Bord? Also als Backup unbedingt auch heute noch Papierkarten an Bord haben, nicht älter als drei Jahre. Dann der Landanschluss. Für Kaffeemaschine, Ladegerät, Fernseher und Heizer. Auch so eine Glaubensfrage in früheren Jahren. Die wahren Prepper bauten sich Solarzellen aufs Boot und rüsteten ihre Außenbordmotoren mit Lade-Spulen nach. Brachte alles nicht viel, zumal damals statt sparsamer LEDs überall satt stromziehende Glühbirnen in Gebrauch waren. Und alleine die Posi-Leuchten zogen schon gewaltig Strom,, mit dem die 60W-Ladespule des Außenborders nicht mithalten konnten. Langsam wurde es dunkel in den Posi-Leuchten, wenn der Hafen zu weit entfernt war! 

Dann setzte sich die LED durch, überall in den Häfen wurden Landanschlüsse installiert und heute wird man schon fragend angeblickt, wenn man beim Einchecken beim Hafenmeister nicht den Strom gleich mitbestellt – oder die Dusche.

Und wer hat früher schon unterwegs geduscht? Man konnte doch in den Hafen springen oder im Watt baden oder im Kanal, wo man halt gerade unterwegs war. Kostet nichts und erfrischt und säubert auch.  Früher auch Luxus, diese Duschen, heute Standard. Sogar in simplen Sanitär-Containern, die im Winter hinter den Deich geräumt werden müssen, kann geduscht werden. Dabei schadet das doch der Haut, oder?  Wattenschlick hingegen sei sehr gesund, so hört man.

Heute unbedingt an Bord zu haben: eine flinke Automatik-Sicherung auch auf der 12V-Seite der Installation. Der „FI“ beim Landstrom ist ja zum Glück vorgeschrieben, aber manches Boot ist schon über die 12V-Seite in Brand geraten. Zumal, wenn wie heute immer mehr zu finden, moderne Lithium-Akkus die Ladung puffern.

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