Seekarten

Welche man braucht und ob man ihnen trauen kann…

Gleich mal vorweg: Es gibt Papierseekarten und es gibt elektronische Seekarten. Und man braucht beide an Bord. Die elektronische alleine reicht nicht. Das kontrolliert im Zweifel auch die Wasserschutzpolizei. Und die achtet auch darauf, dass die Karten nicht älter als drei Jahre sind. In Anbetracht dessen, dass Seekarten sehr teuer sind, mag man sich fragen, ob das eher Schikane ist als Notwendigkeit? Nun, die Antwort hängt auch davon ab, welche Revier man befahren möchte. In der Ostsee tut sich mangels Tide und veränderlicher Fahrrinnen relativ wenig in Fragen von Wassertiefe und Betonnung. In der Nordsee hingegen eine ganze Menge. Im Watt kann jede etwas stärkere Flut schon einen Priel verändern und ein Seegatt verschieben. Oft kommen die Tonnenleger gar nicht so schnell nach, wie die Fahrwasser sich verändern. Deshalb sind für die Nordsee aktuelle Karten absolut Pflicht! Aber die Korrekturen der Seekarten betreffen überwiegend die großen Fahrrinnen, weniger die Wattenwege. Das lohnt einfach nicht für die Herausgeber. Erstens verändert sich dort ständig was und zweitens fahren dort einfach zu wenige, und das meist Sportboote.

Trotzdem: Ich habe jedes Jahr aktuelle Karten! Und es gibt auch gute Kombi-Angebote: Ein Papier-Karten-Atlas und Software auf einer App dazu vom selben Seegebiet. Und man kann regelmäßig Updates downloaden, für die Papierkarte als kleine Ausschnitte, die man mit seinem Drucker ausdruckt und dann ausschneidet und auf die Karte klebt. Und für den Plotter oder das Tablet als elektronisches Update.

Dennoch: Fahre ich durch ein Wattfahrwasser, dann stimmt die Karte fast nie! Nach Karte fahre ich oft „über Land“, wo eigentlich noch Wasser stehen müsste und die Pricken scheinen willkürlich zu stehen. Also im Watt immer Augen auf, Echolot beobachten, und die elektronische Seekarte wohl auch mal würdigen, ohne sich aber allzusehr zu wundern. Wenn man dann etwas hin und her steuert, kann man sehen, ob’s tiefer oder flacher wird.

Und: Wann immer möglich bei  auflaufendem Wasser fahren…

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