Traum oder Albtraum?
Die einen schwärmen von wunderbaren Tagen im Watt, trockengefallen an den schönsten Stellen und umgeben von einer ungeahnt vielfältigen Natur in ständiger Veränderung. Und die anderen sehen nur schlimmste Lagen auf sich zukommen, wenn sie mal zwangsweise einen Wattenweg nehmen müssen: Festkommen in einer Brandungszone, Schäden am Boot oder das die Flut gleich in ihr Boot einsteigen wird, weil es zur falschen, zur tiefen Seite des Priels hin gekippt ist. Wer hat nun Recht und wie kann man Ängste abbauen?
Ein paar Tipps mögen helfen an dieser Stelle. Wer noch mehr Tipps haben möchte, dem empfehle ich mein kleines Büchlein zum Thema.
Auf diese Dinge achten, wenn’s ans Trocken-Fallen geht:
- Wenn möglich, eine Lee-Trockenfall-Stelle suchen und das Boot in den Wind legen.
Wenn das Wetter schlechter wird (Vorhersage hören!) bläst oder regnet es dann nicht in die Kajüte hinei
- Nach dem Festkommen beide Seiten loten und das Boot zur flacheren Seite hin krängen.
Das ist vor allem in kurvigen Prielen mit oft steilen Außenkanten wichtig. Kippt das Boot zur flacheren Seite, dann fällt es nicht so schräg und es kann auch kein Wasser ins Cockpit strömen, wenn die Flut wieder kommt (passiert eh fast nie, aber man hat Angst davor).
Mit weniger Krängung ist das Leben an Bord deutlich ange-nehmer!
- Erst mal im Schlickhafen üben.
Denn in weichen Schlick sackt jedes Boot sanft und gerade ein. Es gibt aber auch Häfen, mir fällt Fedderwardersiel dazu ein, da ist oben eine weiche Schlickschicht, an manchen Plätzen darunter aber harter Sand. Dann kippt das Boot nach erstem Einsinken plötzlich zu einer Seite weg und steht hoch in der Box. Kleine, aber wirksame Abhilfe bei Segelbooten: Großfall nehmen und Boot durch Wippen senktrecht stellen, dabei am Großfall seitlich am Steg kräftig ziehen und mit dem Fall dann
- Möglichst an Stellen ohne Gefälle trockenfallen.
Also nicht am Ufer oder an der Prielkante, sondern eher auf einer Sandbank mitten drauf. Auf einem Plateau gewissermaßen. Dann liegt man nachts auch gerade in der Koje, was die Längsrichtung betrifft.

- Ankerlage optimieren
Wenn man erst trocken liegt und das Boot verlassen hat, dann führen die ersten Schritte meist zum Anker. Den kann man dann optimiert ablegen und eingraben. Etwa Richtung tieferes Wasser, wenn man mit der nächste Flut wieder weiter will. Wenn das Boot dann aufschwimmt, driftet es nicht weiter aufs Flach.
Möglichst geplant und an zuvor ausgewählten Stellen trockenfallen und nicht zufällig irgendwo.

Ddas Boot so fixieren am Steg ein Stück weiter. Da kommt zwar richtig Zunder auf die Leine, aber es hält und funkti-oniert und man kann nachts ruhig schlafen. Ich habe es oft dort genau so praktiziert. Da auch der Steg mit der Flut aufschwimmt, kann auch nichts passieren.

Jedenfalls, so weit das möglich ist. Man möchte ja auch lieber auf festem Sand als in tiefem Schlick liegen, wenn man denn das Boot auch mal verlassen möchte.Nichts ist schlimmer, als mit Schlickbeinen wieder an Bord zu kommen und kein Wasser zum Abwaschen zu haben. Vor allem, wenn Hunde mit an Bord, bzw. im Watt sind!
Solche Stellen finden sich in der Seekarte, sind dort entweder ausgewiesen als Ankerplätze oder man sieht bereits andere Boote dort liegen. Auf Watten-wegen sind das oft die Stellen, wo bei NW gerade noch etwas Wasser steht, vielleicht ein paar Dezimeter. Ganz Vorsichtige versuchen es mit Ankern und Echolot an einer Stelle, wo noch ein knapper Meter stehen bleibt bei NW. Dann fallen sie nicht ganz um, je nach Tiefgang des Bootes.
Hier gilt: Versuch macht klug!










