


Kurz vor dem Auslaufen aus Rechtenfleth gab es noch Connys Spezialkuchen, im Glas gebacken. Dazu einen Kaffee und dann legten wir schon fast eine Stunde früher ab als berechnet. Die Tide war schon so hoch aufgelaufen, dass wir locker durch die Südeinfahrt der Schweiburg passen würden. Und so kam es auch: Immer rund zwei Meter Wasser unter den Kielen, und das fast zwei Stunden vor HW! Es ist eben Springzeit, und da tobt dieTide. Die Ausfahrt/Einfahrt ist jetzt narrensicher beprickt, ganz anders als früher. Es war jedenfalls ein schöner Segeltörn auf der Schweiburg heute; lange nicht mehr so schön gesegelt. Und die Dralle Deern auch, die wir aber langsam hinter uns ließen, während sie gestern ein wenig schneller waren als wir…

Und so liefen wir denn schön und mit viel Wasser unter den Kielen ins Absersiel ein. Das wurde auch neu beprickt und ist jetzt ebenfalls leichter in seinen Richtungswechseln erkennbar. Und weil es gestern mit dem Essen außerhalb der Boote nicht geklappt hatte, waren wir nun total auf die Gaststätte am Absersiel fixiert, die ich seit vielen Jahrzehnten samt der Betreiberfamilie gut kenne. Es war geöffnet und wir hörten von Anke, die die Laden seit einigen Jahren von der Mutter Tönjes übernommen hat, dass ihre Mutter vor drei Wochen gestorben ist. Sie und ihr schon vor Jahren an einem Hirntumor auf grausige Weise dahin geschiedenen Ehemann Hans sind für mich seit meinen jungen Jahren schon immer der entscheidende Teil dieses Unikums der Gaststätte gewesen. Ich zitiere noch heute Sinnsprüche, die dort an den Wänden hängen und schicke alle Technikinteressierten die Treppe runter zum Klo, damit sie die vielen einst von Hans Tönjes mitgebrachten alten Motoren und Geräte bestaunen können. Ein kleines Technikmuseum. Und Werner hatte alle scharf gemacht mit Hinweis auf das leckerste „Bauernfrühstück“ der Welt. Und so bestellt sie zu dritt „Bauernfrühstück“ und Werner hatte nicht zu viel versprochen. Mir stand mehr der Sinn nach dem „Seglersschnitzel“ mit Spiegelei obendrauf und leckeren Bratkartoffeln, wie man sie sonst selten finden. Erst recht nicht (mehr) findet man anderswo noch die günstigen Preise, die für diese Spitzengerichte aufgerufen werden. Macht Euch selbst ein Bild:

Dann wurde Werner von Conny abgeholt und nun bin ich allein an Bord. Einhandsegler, wie man sagt. Als unsere Hunde noch lebten und mitsegelten, da war ich „Einhundsegler“.
Übrigens: In Rechtenfleth trafen wir eine Dame, die von den Farben her ziemlich papagayenmäßig geschmückt war von den Haaren bis zu den Schuhen. Und dann sahen wir, dass sie mehrere große Aras fliegen ließ, große und bunte Papageien, die aber alle wieder zu ihr zurückkehrten. Sie hatten sie irgendwo aus schlechten Verhältnissen befreit und ihnen das freie Fliegen beigebracht – wie auch immer. Schon irre, wenn da plötzlich so ein roter, großer Vogel mit buntem Bauch an einem vorbeifliegt!
Den Anker haben wir noch flott gemacht vor an der Brise. Der saß ziemlich fest in seinen Löchern im Bugkorb, aber morgen früh und fünf brauche ich ihn! Dann legen wir nämlich hier ab und ankern an der Nordmündung der Schweiburg bei AKW und warten auf die Flut. Da kommen wir dann viel schneller weg als hier aus dem Absersiel. Außerdem soll die Dralle Deern-Crew auch mal die andere Einfahrt und das Ankern kennenlernen, ebenso wie das Auslaufen in halber Dunkelheit. Wir sind gespannt. Wird schon klappen. So, und jetzt noch ein paar Fotos von heute für Euch: Draufklicken, dann werden sie groß. Bis morgen dann!













