

„Bin Laden!“ hätte ich auch rufen können, aber wir haben uns dann heute früh zum gemeinsamen Laden unseres ID. 3 bei REWE in Ritterhude entschieden. Denn in der halben Stunde bis 100% der Akku-Kapazität (macht man ja nur, wenn es über längere Strecken gehen soll, sonst ist 80% max für die Batterie gesünder auf Dauer) haben wir uns beim Bäcker ein kleines Frühstück gegönnt.
Vorher waren wir nur knapp unserer Baustelle daheim entronnen, aber mit Hilfe des kreativen Poliers konnten Bagger und andere Großgeräte noch mal so verfahren werden, dass wir erstens vor der Haustür einladen und zweitens auf der falschen Seite der Baustelle ausfahren konnten. Fing also etwas abenteuerlich an, aber hat geklappt! Und die Akkukapazität reichte locker bis an die Schlei, da waren sogar noch knapp hundert Reservekilometer auf der Uhr. Und wir fanden auch gleich eine passende Lademöglichkeit und während dort der Akku dann wieder auf die normalen 80% geladen wurde, haben wir uns eine Viertelstunde die Füße auf der Ancker-Yachting Werft hinter PENNY mal vertreten. Segelboote en masse, viele auch (noch) an Land, und sehr viele mit Kieltiefen um die zwei Meter! Da graust es den Wattensegler…
In der Alten Schmiede genossen wir dann vom Hausfischer selbst gefangene Flundern, holten nach vierzehn Uhr den Schlüssel für die Ferienwohnung ab und machten uns auf den Weg nach Arnis. Arnis ist die kleinste Stadt Deutschlands und besteht wesentlich nur aus einer langen Straßen, die natürlich auch Lange Straße heißt. Viele kleine Häuser säumen sie und am Ende steht die Schifferkirche. Die werden wir uns morgen mal anschauen. Früher muss das hier mal richtig urig gewesen sein, aber immer mehr der hübschen, kleinen Häuschen wurden an Fremde oder Firmen verkauft und sind nicht ständig bewohnt. Ziemlich ungepflegt sieht es deshalb auch im Umfeld dieser einstmals urig-kleinen Hütten auch aus. Schade. Aber bei einigen anderen kann man noch sehen, wie hübsch die ganze Lange Straße mal gewesen sein muss. Und ringsum fast überall Wasser. Vorn und hinten Wassersport, Werften und Yachthafen. Für einen Segler gibt es immer was zu sehen!
Jetzt machen wir erst mal Pause in der hübschen, hellen und modern eingerichteten Ferienwohnung mit dem schönen Namen „Lee“. Ein wunderbarer Blick über Werft und Schlei ist eigentlich gar nicht zu bezahlen, und wie es aussieht werde ich auch einen Kurzwellendraht spannen können. Denn spätestens am Donnerstagabend muss ich ja wieder die Conveniat-Morsetelegrafie-Runde rufen und leiten – wie jeden Donnerstag. Und egal, wo ich gerade bin. Von hier also mit kleiner Leistung und abgspecktem Gerät. Aber für Morsesignale auf Kurzwelle braucht es nicht viel, freilich gute Ohren und ein paar fitte Gehirnzellen dazwischen. Hier noch ein paar Fotos von heute und dann packe ich erst mal Koffer und Taschen aus – und lege die Beine einen Moment hoch…





Aber wo ist die „Brise„?
Kurze Antwort: Daheim am ESV-Anleger. Eigentlich wollten wir sie hochtrailern (ich habe an anderer Stelle davon erzählt), aber der Aufwand war am Ende zu groß, zeitlich wie organisatorisch und auch finanziell. 4x Kranen (der Trailer hat noch keine Rungen zum einfachen Slippen) wird teuer. Unser ID. 3 hat keine Hängerkupplung, also hätte jemand anders mit seinem Auto das Boot hier hochtrailern und auch wieder abholen müssen. Und dann wäre hier auch noch Liegegeld zu zahlen neben der ganzen Riggerei. Und wenn man dann bedenkt, dass vielleicht kein Segelwetter ist, dann wäre das sehr viel, zu viel Aufwand für die ganze Sache. Also bleibt sie daheim. Und wenn wir zurück sind, dann plane ich neue Törns – zeitnah – mit der „Brise“.

