01.05.26 Erst mal bis Grohn

Tja, die „Brise“ hat es ja immerhin bis Grohn in den Morgenstunden geschafft, aber die „Dralle Deern“ liegt immer noch auf der Sandbank in der Lesumkurve vor der Autobahnbrücke, genau beim Wasserschöpfwerk des Maschinenfleetes, nur gegenüber- wo es eben flach ist.

Und uns hat es gleich nach der Hafeneinfahrt erwischt: aufgelaufen im Grohner Yachthafen! Eine Stund Warten, dann kamen wir langsam an den Steg. Heute ist Vollmond = Springtide = sehr niedriges NW. Aber dass wir im Yachthafen trockenfallen, das hatten wir noch nie in all den Jahren!

Wir haben die Zeit genutzt und den Mast gestellt. Im Prinzip ganz easy, aber es sind halt die vielen Kleinigkeiten, die man bei den ersten Vorgängen immer noch mal berücksichtigen muss. Aber insgesamt null problemo. Alle Segel sind sofort einsatzklar, wenn auch der Wind noch zwischen Bft 0 und Bft 1 schwankt. Wir liegen jetzt in der Box und warten auf die „Dralle Deern“. Die muss ja jetzt, wenn sie aufgeschwommen ist, gegen die Flut die Lesum runterdieseln. Da muss dann schon mal der Diesel tüchtig drehen und geringfügig mehr als einen Liter pro Stunde durchziehen.

Die ersten Fotos habe ich entwickelt, aber die Software weigert sich, sie hochzuladen. Muss mal schauen. Liegt wohl an der schlechten Online-Verbindung.

Also jetzt erst mal ohne Fotos! Es ist jetzt gerade High Noon vorbei und wir warten auf zwei Dinge: Dass die „Dralle Deern“ erscheint und zweitens, dass oben die Kneipe aufmacht. Mal sehen, was eher passiert. Werner schon so lange noch ein wenig die Augen…

(Handyfotos nimmt er… deshalb nur dieses erst mal…)

30.4.26 Mast gelegt: Auslaufbereit!

30.4.26: am Abend vor dem Auslaufen…

Herrlich entspannt war das Mastlegen von mir alleine in weniger als fünf Minuten erledigt. Die kleinen Verbesserungen an der Jüt zeigten positive Wirkungen.

Ronald von der „Robbe“ sei nochmals gedankt für die Überlassung seines überzähligen Schwanenhalses zur Kabeldurch-führung!

Auch die Höhe des Jütbaums über Wasser ist wohl niedrig genug, um auch bei Hochwasser durch Schleuse und Brücken zu kommen. Bei der Drallen Deern mussten wir die Jüt lösen und abklappen, damit es passte.

Auch mit den beiden Steckern samt Kabeln, die aus dem Mast kommen, passiert nichts. Anders als beim Butt II, wo sie vorher losgeschraubt werden mussten, damit sie nicht abrissen. Das wurde allerdings leider oft genug vergessen und aus diesem Grunde war da ständig Kabelarbeit angesagt.

Ist doch schön, wenn auch mal was leichter wird und unkomplizierter…

29.4.26 Einkaufen und Stauen

Donnerstag. Tag vor dem ersten Törn. Habe eben noch eine weitere Törnvariante verfasst und an die Mitsegler geschickt. Zur eigenen Vorbereitung und zum Abwägen, welche wir am Ende nehmen wollen.

Das Wetter ist kaum besser zu bekommen – laut Prognose. Selbst Windstärke und -richtung scheinen optimal auf uns zu warten. Jeden Tag habe ich jetzt schon Sachen an Bord gebracht – und gestaut! Bei so einem kleinen Schiff genügt es nämlich nicht (mehr), die Sache einfach irgendwo in die Kajüte zu stellen, um sie dann während des Törns hier oder dort zu verstauen: hier muss unmittelbar nach Einbringung gestaut werden, weil man sonst in die Kajüte gar nicht mehr rein kommt! Aber das sorgt ja auch irgendwie für eine Grundordnung, weil man sonst irgendwie untergeht. Also jetzt gleich noch Lebensmittel holen, meine Klamotten von den Socken bis zum Notebook einladen und alles rausbringen zu Boot- und stauen. Da werde ich wohl doch mal das Auto nehmen, denn beim Roller wird der Stauraum knapp bei all dem Zeugs.

Vor dem Stauen
Nach dem Stauen

Gestern war ich noch auf eine Klönschnack zu meinen Lieblings-Schleusern Marco und Peter auf der Ritterhuder Schleuse. Im Sonnenschein schnackten wir den ganzen Küstenschnack durch und klärten unsere Durchschleusung. Marco hat früher beim Vorvoreigner der Drallen Deern, Adolf mit Namen, immer ganz viel mit angepackt bei dem schweren Boot. Z.B. im Winter das Ruder ausgehängt oder die Schwerter abgenommen. Er konnte gut nachvollziehen, dass mir das alles im Alter etwas zu schwer (im Sinne von Gewicht) wird.

So, schnell noch ein paar Screenshots von der elektronischen Seekarte, verbunden mit unseren Etappenzielen für das Wochenende:



Einfahrt ins Absersiel verpasst, an der falschen Seite der Pricke entlang gefahren.
„Rettung“ erfolgt nachts beim nächsten Hochwasser!

23.4.26 Der Countdown läuft

(Donnerstag, 23.4.26)

Der Tag der Arbeit ist angepeilt. Tide ist günstig und die neuen Eigner von Dralle Deern und Brise wollen auf ihren ersten Törn mit dem neuen Boot starten.

Der Countdown beginnt eine Woche vorher, und mit diesem ersten Blog. Alle Umbauten und Winterarbeiten sind erledigt, der Mast ist gestellt und die Segel sind angeschlagen. Der neue Motor ist an der Halterung verschraubt und springt gut an. Sprit ist auch schon genug im Tank. Dorit hat neue Gardinen ist maritimem Blau genäht und angebracht, eine Baumpersenning für das Großsegel ist bestellt und kommt hoffentlich noch rechtzeitig vor dem Ablegen.

Gestern habe ich erstmals ein kurzes Probeliegen in der Mittagszeit gewagt und wäre auch prompt fast dabei eingeschlafen. Liegen und Ruhen geht schon mal. Und Bestmann Werner hat, trotz dringender Familientermine, noch zwei Tage freigeräumt, um mit dabei sein zu können. Auf der Drallen Deern fahren Tobias und Ralf. Verabredet ist, dass wir die Hafenzeiten zur Auftakelung und weiteren Erklärung der Drallen Deern nutzen wollen und die Fahrzeiten dann zu praktischen Erprobung. Wir segeln dicht beieinander und sind über Funk miteinander verbunden. So der Plan. Sollte auch funktonieren. Ich schleppe jetzt schon langsam Klamotten an Bord, das Wichtigsten zuerst: Ölzeug und Rettungweste. Man muss auch immer sehen, wo man was stauen kann. Der Platz ist beschränkt und alles soll auch entsprechend schnell zugänglich sein.

Bestmann Werner, Meister der übergroßen unverstaubaren Sporttaschen, sucht auch schon nach neuen Möglichkeiten, möglichst viele Pullover auf kleinstem Raum zu stauen. Das sind eben die speziellen Herausforderungen eines Seezwerges wie der Leisure 17. Aber jeder hat hinter seinem Kopfteil der Koje eine Hundekoje, wo man auch extrem lange Sporttaschen reinschieben könnte. Anders auf der Drallen Deern. Da baut Tobias in Heimarbeit und unter Zuhilfenahme von zwei Bierkästen noch eine weitere Koje, damit auch mal drei Leute auf der Drallen Deern schlafen können. Zusätzlicher Vorteil: die Bierkästen rutschen nicht im Seegang.

Also, bleibt am Ball, denn der Countdown läuft…

So, neues Ladegerät ist angeklebt und lädt auch über Kopf.. Und in der Hundekoje (was sich so nennt) darunter habe ich die Tasche mit meinem Ölzeug und Rettungsweste plaziert. Jederzeit gut zugänglich, wenn die Tropfen von oben oder von vorn (Gischt) kommen…

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