Technik-Optimierung steht an

ONWA KP-27X, derzeit verbaut, mit AIS-Transponder

KP-27X= das Multifunktionsgerät von ONWA. Funktioniert auch: Zeigt die Seekarte und meine Position, zeigt alle AIS-Signale und sendet auch mein eigenes aus und zeigt die Wassertiefe an, allerdings nur eingeschränkt und nicht justierbar. Und Letzteres wurmt mich. Zwar zeigt das Echolot die Tiefe an, aber nur ab ca. einem Meter Tiefe. Und anfangs zeigte er auch nur bis zehn Meter Tiefe an. Das sind zwar die Werte, die für mich wichtig sind, aber ich hätte gern noch etwas flachere Werte, die man beim Anlaufen von Prielen und Schlickhäfen gut nutzen kann. Also vertiefte ich mich in die Abgründe der Menue-Einstellungen bei dem Gerät. „Pädagogisch wertvoll“ geht anders. Tausend Dinge kann man einstellen, aber nie weiß man, was dann passiert. Try and error. Geht ja auch, dauert aber und man kann sich auch mal verzocken und kommt nicht wieder auf die alte Einstellung zurück. Dann Bildschirm dunkel oder Zahlen weg. Ich hab’s jedenfalls ganz gut hinbekommen, bin aber nicht zufrieden. Denn mit Schlick können dieser Geber und seine Auswertung im KP-27 nicht gut umgehen. Den negieren sie einfach und zeigen nichts an. Gar nicht gut für Schlicklochfahrer wie mich.

Und wenn ich schon bei der Funktionsbeschreibung nach einem Praxiswochenende für den KP-27 bin, dann will ich auch dies noch erwähnen: Mich nervt, dass es kein Touch-Display ist, wie von meinem Simrad Go 7 auf der Drallen Deern gewöhnt! Immer mit dem Fadenkreuz den Cursor über den Schirm jagen, ohne dass man ihn richtig sehen kann, bei Sonne schon gar nicht mehr, das schießt über das Ziel hinaus und macht Karteneinstellungen zu einer nervigen Sache! Und das Display gerät bei Sonne an seine Grenzen. Simrad war deutlich heller und spiegelfreier. Und man kann den Kielversatz beim Echolot nicht einstellen (dafür tausend andere für mich unerklärlich bis unwichtige Dinge!). Ich bin es gewohnt, ohne viel Rechnerei zu segeln: geht das Echolot auf „Null“ runter, dann laufe ich in dem Moment auf. Ich stelle also den Kielversatz im Verhältnis zur Geberposition genau ein und dann ist „Null“ auch gleich „Null„. Wenn man das nicht kann, dann muss man ständig rechnen wie seinerzeit bei den Digitaluhren. Warum tragen die meisten von uns analoge Uhren am Arm? Weil man nicht rechnen muss, sondern ein Blick genügt, um informiert zu sein.

Und dann nervt es mich auch, dass ich, wenn ich nur das AIS im Hafen weiterlaufen lassen will, immer den ganzen Plotter eingeschaltet lassen muss, weil es ja ein einem Gerät verbaut ist. Was sich mir anfangs als Vorteil darstellte (ein Gerät gespart!), scheint mir nun doch ein Nachteil zu sein. Ich dimme dann immer die Helligkeit des Displays runter, damit sich das auch nicht so erhitzt und auch nicht so viel Strom zieht, aber das ist ja keine wirkliche Lösung.

Was ist nun die bessere Lösung?

Ein Gerätetausch zugunsten eines Simrad Go 9. Ja, „9“ statt „7„. Also neun Zoll großes Touch-Display, deutlich größer als sieben Zoll. Und weil die Serie jetzt wohl im Ausverkauf ist, wird der Neuner sogar billiger angeboten als der siebener. Eigentlich zum halben Preis – kaum zu glauben. Und weil der Geber („Transducer„) auch nicht so optimal wirkt und der Stecker eh nicht passt, kommt auch noch ein neuer Geber ins Boot, und zwar von innen und ohne Durchbruch. Ein Loch reicht, und das wird im Winter auch wieder – nach Entfernung des alten Gebers – geschlossen. Vorteil: ich kann jetzt und im Wasser den Geber montieren und muss nicht dafür das Boot jetzt aus dem Wasser holen (dazu fehlen mir noch Rungen am Trailer oder das nötige und heftige Kleingeld für den Kran).

Simrad Go 9 mit Touch-Display
Netzwerktauglich

Da der Simrad aber kein AIS verbaut hat und mir das erst mal zu teuer ist, extra anzuschaffen, dimme ich den KP-27 total runter, lasse ihn als AIS-Transponder im Netzwerk und füge den Simrad als Plotter und Echolot hinzu. Noch ein Vorteil vom Touch-Simrad Go: Da auch das Seefunkgerät im Netzwerk ist, kann ich vom Plotter aus mit einem Fingertipp die Funkverbindung zu einem anderen AIS-Schiff herstellen. Genial!

Heute soll nun das Simrad-MFD (MultiFunktionsDisplay) kommen und ich habe eben bei TOOM schon mal Silikon geholt, damit ich als erstes das Einbaugehäuse für den neuen Inboard-Geber einkleben kann. Morgen ist es fest und dicht, wird dann mit Frostschutzmittel vom Auto halb aufgefüllt und dann der Geber reingeschraubt. Dann Kabel verlegen und dann muss ich das Einbauloch in der Cockpitwand der Kajüte von 7 Zoll auf 9 Zoll mit der Stichsäge erweitern, damit der Simrad auch rein passt. Der KP-27X wird dann innen montiert. Da ist noch Platz genug (ein großes Wort auf einem kleinen Schiff!).

03.05.26 Finale und Fazit

Die Schweiburg-Bake. Ein Oberfeuer für die Weser, nicht für die Schweiburg. Sie steht auf den letzten festen Landmetern der Strohauser Plate. Davor sind zwei aufeinander zulaufende Steinmauern gesetzt, die ein spitzes Dreieck bilden, das sich mit Schlick aufgefüllt hat. Bei HW sieht es aus, als könne man darüber abkürzen. Man wird aber nicht weit kommen, wenn man es versucht. Bei NW, wie auf dem Foto, sieht man dann das ganze Gebilde. Und nur bis dort steht bei NW in der Schweiburg auch ein wenig Wasser, wo man gut ankern kann, wenn man genau bei NW dann mit der ersten Flut weseraufwärts fahren will – wie wir heute.

Aber wir sind etwas zu früh gestartet. Ich habe mich von dem Wasser täuschen lassen, das plötzlich von der Weser in die Schweiburg einlief. Das muss aber von irgendeinem Dampfer gestammt haben, denn das Oberflächenwasser lief noch deutlich ab. Ein Blick mit dem Fernglas auf die Fahrwassertonnen hätte mir das sagen können. Aber egal: wir fuhren außerhalb des Fahrwassers, nahe am Ufer, und da war nicht mehr viel Strom. Und spätestens in Höhe Rechtenfleth hatten wir Stauwasser, die Tonnen standen für ein paar Minuten kerzengerade. Und ab Sandstedt schob dann erst vorsichtig, ab Brake kräftiger, der Flutstrom mit. So kamen wir zügig voran, nur mit segeln war nichts. Mal war kein Wind, dann wieder genau von Süden, also „auf den Kopp“, was zeitraubende Kreuzschläge erfordert hätte.

Der Außenborder der Brise läuft wie eine Nähmaschine und verbraucht sehr wenig Sprit. Gefühlt war nach Fahrtende der Tank immer noch genauso schwer/voll wie bei Fahrtantritt. Ein gutes Zeichen. Nur das Standgas muss ich etwas höher stellen, weil er da manchmal ausgeht. Aber Rumpfgeschwindigkeit muss bei knapp fünf Knoten liegen und plus Tide sind wir in weiten Strecken so mit 7kn über Grund unterwegs gewesen. Das reicht. Und so waren wir flott in Grohn, wo wir genauso flott unsere Masten wieder gelegt haben.

Bei der Brise habe ich, weil ich Schleusen-Höhen-Sorgen hatte, den Jütbaum nach gelegtem Mast geteilt und abgelegt. Ebenso an der hinteren Maststütze mit einer Tauwerks-Schlaufe für ein etwas tieferes Lager gesorgt habe. Beides hat die Durchfahrtshöhe erstaunlich stark reduziert, deutlich mehr, als was in der Schleuse nötige gewesen wäre.

Schleuser Marco hatte schon das Tor offen und „grün“, als die Ritterhuder Schleuse erreichten. Die Kommunikation (ab Autobahnbrücke Lesum) hat wieder einmal funktioniert. Dann haben auch beide Anlegemanöver auf Anhieb geklappt und unabhängig voneinander haben wir unsere Masten gestellt und an Bord aufgeräumt. Ich war erstaunt, wie schnell und gut Tobias und Ralf den Mast der Drallen Deern wieder stehen hatten. Und ich war zugleich froh, dass ich das auf der Brise schnell und ganz allein erledigen konnte. Was etwas aufhielt, weil ich alleine war, waren wirklich Kleinigkeiten im Ablauf, die noch abgestellt werden mit einfachen Mitteln.

Fazit des Törns:

Was war das Ziel?

Für die Dralle Deern eine technisch-fahrerische Übergabe des Bootes, eine Art „Lehr-Törn“ für die neuen Eigner. Dazu musste ich nicht an Bord sein, aber ich war immer in der Nähe und in den Häfen natürlich auch mal an Bord, wenn es etwas zu erklären gab. Gleichzeitig sollte es für Werner und mich ein erster Test mit der deutlich kleineren Brise werden. Würden wir da überhaupt schlafen können, kochen, und ausreichend Stauraum finden? Wie sind die Fahreigenschaften unter Segel und unter Motor?

Das Ergebnis:

Für alle Seiten – so höre ich – ein volles „Sehr zufrieden“ aus ganzem Herzen! Die Dralle Deern-Crew muss sicher die vielen Eindrücke erst mal sacken lassen, von freifliegenden Papageien in Rechtenfleth bis zur wunderbaren Natur in der Schweiburg. Der Wind war mit uns- jedenfalls an zwei von drei Tagen. Beide Boote waren ungefähr auch gleich schnell unter Segeln. Jedenfalls bei achterlichen Winden. Die Kreuz müssen wir noch testen und dann wird es hart für die Dralle Deern-Crew mit Schwert rauf und Schwert runter, ohne Winschen für die Vorsegel und dann auch mit zwei Vorsegeln! Da lobe ich mir jetzt – dem Alter sei’s gezollt -die wunderbare Rollreffgenua auf der Brise. Und sie knistert noch so schön, weil sie noch fast neu ist. Auch das Großsegel ist von guter Qualität. Ich werde es noch umbauen, dass ich es vom Cockpit aus setzen und niederholen kann. Ein Sicherheitsaspekt.

Was ich aber unbedingt noch benötige, und das hat mir der heutige Einhandsegeltörn gezeigt, ist ein Autopilot. Eine Pinnensteuerung, oder Pinnenpilot genannt. Dann kann ich das Ruder auch mal loslassen, einen Tee kochen, den Anker klarieren oder ein dringendes Geschäft verrichten ohne akrobatische Tugenden an den Tag legen zu müssen. Ja, und die stabile Gummi-Pütz als Klo-Ersatz habe ich heute auch eingeweiht. Hat geklappt, wie früher, wie immer…

Jetzt bin ich reichlich fix und alle und mache noch an den Fotos und Filmen rum. Die werde ich natürlich, wenn fertig, auch hier verlinken. Also ruhig noch mal reinklicken in den nächsten Tagen! Zum Schluss steht ein Foto und Clip aus dem Hafen, als alles und alle fertig waren:


03.05.26 Aufbruch bei Nacht

Sonnenaufgang gegen sechs Uhr über der Weser. Wir liegen vor Anker in der Schweiburg-Mündung Nord, ganz in der Nähe des ehemaligen AKW Unterweser. Im Dunkel sind wir ausgelaufen, mit dem letzten guten ablaufenden Wasser im Absersiel. Die Pricken zu finden war anfangs nicht ganz leicht wegen der Dunkelheit, aber Pricke für Pricke wurde es etwas heller und unsere Augen gewöhnten sich an die Dunkelheit. Wir sind jedenfalls gut rausgekommen und hatten uns gestern bei einem Abendspaziergang noch mal die trocken gefallene Mündung des Absersiels in die Schweiburg von der Wiese aus angeschaut. Dazu später mehr Infos und vor allem Bilder. Jetzt bin ich so müde, dass ich erst mal wieder in die Koje gehe. Es ist noch viel Zeit bis Niedrigwasser. Also, dann bis später… und einen schönen Sonntag! Gefrühstückt habe ich schon…

Halb neune ist es inzwischen. Ich hab versucht, noch etwas Schlaf nachzuholen, aber daraus ist nicht viel geworden, nur etwas Ruhe in der Koje, immerhin. Und Radio hören dabei. Auch schön. Dann mal eben wieder Ankerlage und Wassertiefe gecheckt und beschlossen, ins etwas tiefere Wasser zu verholen. Damit wir nicht trockenfallen und nach NW noch wieder auf die Flut warten müssen. Also Anker auf und ein Stück weiter Richtung Weser gefahren. Für Kenner: Wir liegen jetzt direkt vor dem Beckumer Außentief am AKW Niederweser. Der Pegel ist auch ganz in der Nähe, liegt aber schon trocken.

Das rote Dreieck, das ist die Brise. Und die Dralle Deern hat nachgezogen und liegt vor Anker jetzt hinter mir. Wenn das Wasser wieder Richtung Ritterhude läuft, dann müssen wir nur kurz um die Spitze der Strohauser Plate rum, die kleine Buhnentonne noch mitnehmen, und dann treibt uns der Strom Richtung Heimat.

Das Wetter ist schlechter geworden, aber erträglich. Gelegentliche Schauer, bedeckt und kaum Wind. Und der kommt uns heute leider entgegen. Segeln sehe ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, dann nehmen wir halt den Wind aus dem Tank.

Aber werfen wir erst noch einen Blick zurück auf den gestrigen Abend, jetzt, wo gerade die Sonne hier durchbricht über der Schweiburg.

„Männer überm Absersiel“ möchte ich dieses Bild nennen. Tobias und Ralf, mit verschränkten Armen bewundernd, was sich da vor ihren Augen an Schlickwüsten in der Mündung des Siels auftut bei Niedrigwasser. Und wie einen die geschickt gesteckten Pricken da sicher durchlotsen können – wenn man sie versteht. Und vor Augen haben sie auch noch das Foto, wo Bernd mit der „Robbe“ einst hoch und trocken über dem Siel lag, weil er genau eine Pricke zu früh den Kurs gewechselt hatte. Und weil es abends am Siel so schön ist, hier gleich noch mal zwei Fotos:

Wie geht es nun weiter? Nun erst einmal hat es für als Einhandsegler heute schon ganz gut geklappt. Im Dunklen aus dem Siel, dann zwei Ankermanöver, die auf Anhieb klappten. Und da ich keinen Ankerball an Bord habe, wurde einfach ein Fender ins Rigg gezogen. Aber hier kommt eh keiner vorbei, für den das wichtig werden könnte. So dicht an der Weser, und doch so wenig los in Sachen Wassersport! Es ist kaum nachvollziehbar, warum sich so wenige Wassersportler zwischen Bremen und Bremerhaven hier nicht reintrauen. Die kennen dazwischen nur noch Elsfleth mit tollen Sanitäranlagen und italienischem Restaurant am Hafen. Nicht schlecht, aber man muss immer schleusen und es kostet. Hier in der Schweiburg gilt das Freihafenabkommen und wir liegen drei Tage lang kostenfrei bei den Vereinen.

Also, wie geht es weiter? Wir warten auf die Flut. Und dann erst mal mit Motor Richtung Ritterhude. Ich erwähnte es bereits. NW ist hier um viertel vor elf. Dann noch ein paar Minuten warten, bis das Oberflächenwasser auch die Richtung gewechselt hat. Sonst fahren wir „gegenan“, obwohl das Wasser schon wieder steigt.

Dann wieder kurzer Stopp im Grohner Yachthafen zum Mastlegen. Wird etwas länger dauern als gewöhnlich. Bei Brise muss der Jütbaum abgelegt werden, weil nahe HW wir sonst in der Schleuse hängen bleiben. Und auf der Drallen Deern machen sie das ja zum ersten Mal – mit meiner Unterstützung. Aber Legen ist deutlich einfach als Stellen. Wird also nicht ewig dauern, und dann weiter zur Ritterhuder Schleuse. Die rufen wir dann an, wenn wir die BAB-Brücke über die Lesum erreicht haben. Das gibt den nötigen zeitlichen Vorlauf, um ggf. die Tore in die richtige Stellung zu bringen bei der Schleuse. Die laufen ja seeeehr laaaangsam bekanntlich. Aber sie laufen. So, jetzt noch ein paar Fotos von heute, vielleicht auch ein kleiner Film. Dann tschüß bis zum Fazit heute Abend!


02.05.26 Schweiburg und Absersiel

Kurz vor dem Auslaufen aus Rechtenfleth gab es noch Connys Spezialkuchen, im Glas gebacken. Dazu einen Kaffee und dann legten wir schon fast eine Stunde früher ab als berechnet. Die Tide war schon so hoch aufgelaufen, dass wir locker durch die Südeinfahrt der Schweiburg passen würden. Und so kam es auch: Immer rund zwei Meter Wasser unter den Kielen, und das fast zwei Stunden vor HW! Es ist eben Springzeit, und da tobt dieTide. Die Ausfahrt/Einfahrt ist jetzt narrensicher beprickt, ganz anders als früher. Es war jedenfalls ein schöner Segeltörn auf der Schweiburg heute; lange nicht mehr so schön gesegelt. Und die Dralle Deern auch, die wir aber langsam hinter uns ließen, während sie gestern ein wenig schneller waren als wir…

Und so liefen wir denn schön und mit viel Wasser unter den Kielen ins Absersiel ein. Das wurde auch neu beprickt und ist jetzt ebenfalls leichter in seinen Richtungswechseln erkennbar. Und weil es gestern mit dem Essen außerhalb der Boote nicht geklappt hatte, waren wir nun total auf die Gaststätte am Absersiel fixiert, die ich seit vielen Jahrzehnten samt der Betreiberfamilie gut kenne. Es war geöffnet und wir hörten von Anke, die die Laden seit einigen Jahren von der Mutter Tönjes übernommen hat, dass ihre Mutter vor drei Wochen gestorben ist. Sie und ihr schon vor Jahren an einem Hirntumor auf grausige Weise dahin geschiedenen Ehemann Hans sind für mich seit meinen jungen Jahren schon immer der entscheidende Teil dieses Unikums der Gaststätte gewesen. Ich zitiere noch heute Sinnsprüche, die dort an den Wänden hängen und schicke alle Technikinteressierten die Treppe runter zum Klo, damit sie die vielen einst von Hans Tönjes mitgebrachten alten Motoren und Geräte bestaunen können. Ein kleines Technikmuseum. Und Werner hatte alle scharf gemacht mit Hinweis auf das leckerste „Bauernfrühstück“ der Welt. Und so bestellt sie zu dritt „Bauernfrühstück“ und Werner hatte nicht zu viel versprochen. Mir stand mehr der Sinn nach dem „Seglersschnitzel“ mit Spiegelei obendrauf und leckeren Bratkartoffeln, wie man sie sonst selten finden. Erst recht nicht (mehr) findet man anderswo noch die günstigen Preise, die für diese Spitzengerichte aufgerufen werden. Macht Euch selbst ein Bild:

Bauernfrühstück und Seglerschnitzel in der Gaststätte zum Absersiel

Dann wurde Werner von Conny abgeholt und nun bin ich allein an Bord. Einhandsegler, wie man sagt. Als unsere Hunde noch lebten und mitsegelten, da war ich „Einhundsegler“.

Übrigens: In Rechtenfleth trafen wir eine Dame, die von den Farben her ziemlich papagayenmäßig geschmückt war von den Haaren bis zu den Schuhen. Und dann sahen wir, dass sie mehrere große Aras fliegen ließ, große und bunte Papageien, die aber alle wieder zu ihr zurückkehrten. Sie hatten sie irgendwo aus schlechten Verhältnissen befreit und ihnen das freie Fliegen beigebracht – wie auch immer. Schon irre, wenn da plötzlich so ein roter, großer Vogel mit buntem Bauch an einem vorbeifliegt!

Den Anker haben wir noch flott gemacht vor an der Brise. Der saß ziemlich fest in seinen Löchern im Bugkorb, aber morgen früh und fünf brauche ich ihn! Dann legen wir nämlich hier ab und ankern an der Nordmündung der Schweiburg bei AKW und warten auf die Flut. Da kommen wir dann viel schneller weg als hier aus dem Absersiel. Außerdem soll die Dralle Deern-Crew auch mal die andere Einfahrt und das Ankern kennenlernen, ebenso wie das Auslaufen in halber Dunkelheit. Wir sind gespannt. Wird schon klappen. So, und jetzt noch ein paar Fotos von heute für Euch: Draufklicken, dann werden sie groß. Bis morgen dann!